Gewässerunterhaltung 2020

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie hat hohe Anforderungen und Ziele an eine biologische Entwicklung der Gewässer gesetzt. Die Gewässerunterhaltung bewegt sich in diesem ständigen Zielkonflikt, einerseits den hohen Anforderungen des Naturhaushaltes Rechnung zu tragen und andererseits eines ordnungsgemäßen Wasserabfluss aus dem Gewässer zum Schutz der Bevölkerung  und den Nutzungsansprüchen der Allgemeinheit sicher zu stellen.

Nachhaltige Gewässerunterhaltung nach Vorgaben (Leitfaden Artenschutz) des Landes und damit verbundene wechselseitige und oder zeitlich versetze Unterhaltung mit mehrfachem Anrücken an die Gewässer, sowie die sehr stark zunehmende Population von Nutria mit großen Schäden an den Böschungen prägten das Unterhaltungsjahr 2019.

Spezielle Schulungen der Mitarbeiter für die artenschutzgerechte Gewässerunterhaltung, Tablet unterstützt, wurden aufbauend absolviert und in weitere Spezialgeräte investiert.

Die verschiedenen auch gegenläufigen Interessen miteinander zu vereinbaren, ist in der Praxis nicht immer ganz einfach. Aus diesem Grund sind Bewirtschaftungsmaßnahmen für die Gewässerentwicklung entwickelt worden, den den verschiedenen Ansprüchen gerecht werden sollen. Die abflusssicheren Unterhaltungsmaßnahmen umfassen nach dem Niedersächsischen Wasserhaushaltsgesetz(NWG) die Gewässerräumung, sowie die Krautung und die Mahd.

Durchführung der Krautung und Mahd

Unter Krautung wird der Schnitt der in der Gewässersohle und am Böschungsfuß wachsenden Gewässer- und Röhrichtvegetation verstanden. DIe Mahd umfasst dagegen den Schnitt des Bewuchses über der Wasserlinie im Bereich der Böschungen und der Gewässerrandstreifen. Sie dient dem Ziel, einer Verengung des Abflussprofil durch Gehölz- oder Grasaufwuchs zu verhindern. Die hydraulischen Anprüche an die Gewässer erfordern nicht in jedem Fall eine jährliche Krautung und Böschungsmahd.

Bei der modifizierten Gewäserunterhaltung wird deshalb bei der jährlich stattfindenen Gewässerschau der erforderliche Umfang der Unterhaltungsarbeiten festgelegt. Außerdem werden die durchzuführenden Arbeiten den biologischen Zyklen etwa der Laichzeit von Fischen und Brutzeit der Vögel aber auch den jahreszeitllichen bedingten Wachstumsperioden des Gewässerbewuchses angepasst. Wenn möglich wird zusätzlich die abschnittsweise Mahd praktiziert um der Gewässerfauna den zum Überleben erforderlichen Bewuchs zu erhalten.

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